Wir sind die Roboter von Morgen

Roboter und vor allem künstliche Intelligenz (im Folgenden KI genannt) sind wirklich ein heißes Thema zurzeit. Es wird heiß und breit diskutiert, ob man sie überhaupt und wenn ja, unter welchen Umständen einsetzen kann. Im Straßenverkehr, in der Medizin, in der Armee, in der Altenpflege, in der industriellen Fertigung, in der Landwirtschaft und vielen andere Bereichen gehört ihr Einsatz schon zur Routine. Es wird aber nicht nur diskutiert. Unzählige Teams von Spezialisten sind schon lange dabei, auf den unterschiedlichsten Gebieten den Einsatz von KI zu testen, zu erproben, zu verbessern, zu erweitern. Beeindruckende Geldmengen fließen in die Entwicklung neuer KI-Ansätze. In einigen Fällen kann man schon beachtliche Erfolge beobachten: Computer sind im Schach für Menschen unschlagbar, Roboter werden auf Autofertigungsstraßen schon länger erfolgreich eingesetzt, bei schwierigen medizinischen Operationen, die eine hohe chirurgische Präzision erfordern, leisten sie eine bald unverzichtbare Hilfe. Bei den Anwendungen allerdings, die nicht nur höchste mechanische Präzision und blitzschnelle Rechenleistung erfordern, sondern eine spontane, autonome Reaktion auf unerwartete oder gar unvorhersehbare Ereignisse verlangen, bleiben die großen Erfolge bisher aus. Obwohl seit längerer Zeit Unsummen in dessen Entwicklung gesteckt werden, steckt das autonome Fahren unter realistischen Verkehrsbedingungen noch in den Kinderschuhen. Die Roboter-Soldaten bringen neben den Zielpersonen überwiegend Zivilisten um…

Schachspielen ist nunmal eine sehr spezielle Beschäftigung der Menschen

KI kann bei stark eingegrenzten Feldern teilweise auch selbständig erlernte, beeindruckende Leistungen vorweisen. Wird das Einsatzfeld weiter und dynamischer, dem menschlichen Leben ähnlicher, umso schwerer tut sich die KI. Trotz Einsatz von Deep Learning und ultraschnellen Quanten-Computern ist es nicht gelungen, eine Maschine zu entwickeln, die nicht nur lernfähig ist, sondern außerdem über eine Intelligenz im menschlichen Sinne verfügt. Schachspielen ist nunmal eine sehr spezielle Beschäftigung der Menschen, beim Fußball würde die Maschine vermutlich bereits auf unbezwingbare Hürden stoßen.

Allein der Besitz eines Smartphones hat uns zu bisher völlig unüblichen Verhaltensweisen erzogen

Viel bemerkenswerter finde ich die immer weiter fortschreitende umgekehrte Entwicklung: der Mensch verhält sich einer Maschine immer ähnlicher. Allein der Besitz eines Smartphones hat uns zu bisher völlig unüblichen Verhaltensweisen erzogen. Die ganzen Apps, (Gesundheit, Fitness, Meditation, Bank, Reisen, Kochen, Musik, Lektüre….) die wir uns im Laufe der Zeit – zur Steigerung unserer Lebensqualität?– zulegen, buhlen alle rücksichtslos um unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit, unser Geld. Mit einem schnellen Blick auf die Wetterkarte ist es nicht getan: Hier eine Anzeige, dort ein Video, da eine Aufforderung zum Handeln…. Viele Akteure bemühen sich sehr gezielt und sehr geschickt darum, unser Handeln in ihren Sinne zu bestimmen: Hier ein Musikvorschlag, dort eine Leseempfehlung, da ein Hinweis auf die Fernreise zu supergünstigen Konditionen…. Außerdem ist Smart Home, wenn es umfassend im Haushalt eingesetzt wird, durchaus in der Lage, unser Leben daheim ein Stück weit zu bestimmen, oder zumindest stark zu beeinflußen. Siri, Alexa und Cortana lassen grüßen….  

In der Summe sollten wir gar nicht so viel Angst davor haben, dass Roboter uns einmal ersetzen, sondern darum, unser Verhalten allein von kommerziell motivierten Akteuren, die sich ständig ausgefeilterer Methoden und Technologien bedienen, bestimmen zu lassen. Also dass wir uns wie Maschinen verhalten. Natürlich Wollen jene Akteure alle nur unser Bestes. Kommt Euch das nicht bekannt vor?