Ich hatte mir vorgenommen, die Rentenzeit mit Projekten zu füllen, um nicht in den Abgrund der Tatenlosigkeit und der Langeweile zu stürzen. Bisher ist es mir gut gelungen. Ich habe kurz nach Rentenantritt eine siebenwöchige Radtour durch Frankreich – die Heimat meiner Jugend – unternommen, um die alten Freunde, Bekannten, Verwandte zu besuchen, die ich teilweise schon sehr lange nicht gesehen hatte. Ich habe Tagebuch geführt, vor allem um die Erlebnisse der einsamen, langen Fahrten (bis zu 180 km täglich) fest zu halten. Nach meiner Rückkehr habe ich eine französische Fassung (das Original ist auf Deutsch) des Reiseberichts geschrieben, nachdem ich vergeblich versucht hatte, erst mit, und dann ohne Maschine, den Text zu übersetzen. Neu schreiben war einfach besser. Als ich damit fertig war, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht: Das Bedürfnis entstand, nach einem gelesenen Artikel, einer Stellungnahme, einem Streitgespräch, meine Gedanken dazu niederzuschreiben. Erst habe ich mich gar nicht getraut, oder gar nicht geschafft, einen Leserbrief rechtzeitig fertig zu verfassen und zu verschicken. So entstand meine Kolumne der unveröffentlichten Leserbriefe, die ich nun in einem Blog zusammen stellen möchte. Viel Spaß beim Lesen.