Zunächst vielen Dank für den spannenden Blick hinter die Kulissen der gegenwärtigen KI-Entwicklung. Ich denke, dass Sie mit der Auswahl der Experten eine repräsentative Bandbreite unterschiedlicher Perspektiven abgebildet haben.
Beeindruckend fand ich, dass nahezu alle Experten den rasanten Fortschritt der KI-Entwicklung in ihrem jeweiligen Bereich ausgesprochen positiv bewerten – ob Militär, Medizin, Kunst oder Arbeitsorganisation. Alles scheint gut zu werden: KI wird alle Krankheiten, einschließlich des Alterns, besiegen, uns den Fusionsreaktor und fliegende Autos bescheren, den Klimawandel und die Ressourcenknappheit lösen, neue Berufe schaffen, von denen wir heute noch keine Vorstellung haben. Roboter werden uns lästige Aufgaben, einschließlich der Altenpflege, abnehmen, und wir werden deutlich weniger arbeiten müssen. Wow! Fast zu schön, um wahr zu sein – die schöne neue KI-Welt, oder?
Immerhin werden an einigen Stellen auch Zweifel geäußert. Die Militärexpertin räumt ein, dass eine große Katastrophe – etwa ein Atomkrieg? – versehentlich ausgelöst werden könnte. Mehrere Experten warnen zudem davor, dass die materiellen Vorteile, der wachsende Wohlstand und letztlich sogar der Zugang zur KI-Technologie einer sehr kleinen Gruppe vorbehalten bleiben könnten.
Kaum hinterfragt wird dagegen, wozu die Menschheit überhaupt fliegende Autos benötigt oder warum Menschen 200 Jahre alt werden wollen oder sollten. Dabei bereitet bereits heute die Ernährung der aktuellen Weltbevölkerung erhebliche Probleme.
Immerhin sind zwei deutlich kritischere Stimmen zu vernehmen. Die eine erwartet den großen Knall, wenn die KI-Blase platzt. Die andere stellt Glück und Zufriedenheit der Menschen in den Mittelpunkt. KI sollte ausschließlich diesem Zweck dienen – also dem Wohlbefinden der Menschen und nicht der bloßen Vermehrung materiellen Wohlstands.
Beruhigend und zugleich ernüchternd ist, dass offenbar von zehn Experten eine einzige Expertin den Menschen und sein Wohlbefinden über Technologie und wirtschaftliche Interessen stellt.